~/defi/lending $ cat plohoy-dolg-protokolov.md
Der Bad Debt: was passiert, wenn die Liquidationen zu spät kommen
Die Überbesicherung funktioniert, solange man die Sicherheit teurer als die Schuld verkaufen kann. Wenn nicht - entsteht der Bad Debt: ein Loch, das immer einen Besitzer findet.
Wie das Loch entsteht
- Der Gap schneller als die Liquidation: ein Crash um Dutzende Prozent in Minuten - die Sicherheit ist schon billiger als die Schuld, das Liquidieren ist sinnlos.
- Die dünne Sicherheit: das Protokoll akzeptierte einen illiquiden Token; sein Verkauf bei der Liquidation stürzt den Preis selbst - der Klassiker der Mango-Attacke und das Motiv des CRV-Positionen-Falls von 2023.
- Die Orakel-Manipulation: den Sicherheitspreis auf einem dünnen Markt aufgepumpt → nach der gemalten Bewertung geliehen → verschwunden. Der Lieblingsvektor der Exploits.
Wer zahlt
Der Reihe nach: das Versicherungsmodul/die Protokollkasse (falls vorhanden), dann - die Pool-Einleger, denen die "gewonnenen" Assets nicht zurückgegeben werden, oder die Holder des Governance-Tokens über die Emission zur Deckung. Präzedenzfälle aller Varianten gibt es in der DeFi-Geschichte.
Was der Einleger prüfen soll
Die Liste der akzeptierten Sicherheiten (die Exotik mit dünner Liquidität = dein Risiko), die Limits je Asset, die Größe des Versicherungsfonds gegen den TVL, die Bad-Debt-Historie des Protokolls. Die Risiko-Dashboards sind öffentlich - bei reifen Protokollen ist der Bad Debt in Echtzeit sichtbar. Der Einlagenzins ist der Preis, für den du diese Szenarien versicherst.